© 2014 Stephanie Pech

 

"Stephanie Pechs Bilder erlangen eine surreale und suggestive Bildwirkung, die Emphathie, Vitalität, Leidenschaft und Aggression ausstrahlen. Es sind kalkulierte Kompositionen aus subtilen Betrachtungen über "Tier-Sein" oder das "Sein an sich", die als Methaphern des Lebens selbst und menschlicher Befindlichkeiten gedeutet werden können."

 

 

Stephanie Pech ist Malerin. In einer Zeit, in der Künstler immer noch gerne die Spartenteilung in der Bildenden Kunst in Frage stellen, ist das eine altmodische und trotzdem wieder moderne Position. Stephanie Pech ist sich dessen bewusst, und sie schämt sich auch nicht für die klar erkennbaren Entwicklungslinien, die von der frühneuzeitlichen Stilllebenmalerei - gerade in diesen Tagen in der Villa Hügel neu zu entdecken - zu ihrer künstlerischen Position führen. Das ist auch nicht nötig, denn Stephanie Pech hat diese Tradition ironisch gebrochen und haucht ihr mit großer Leichtigkeit neue Frische ein. Ihre meist großformatigen Tafelbilder auf Leinwand setzen in präziser Darstellung und sorgfältiger Koloristik Alltagsgegenstände, Meeresgetier, Pflanzen oder Früchte in Szene in klassisch anmutenden Stillleben. Doch schon auf den zweiten Blick wird der Anschein der Vertrautheit mit den allseits bekannten Dingen trügerisch, das Offensichtliche irritiert. Humorvoll, ironisch, hintergründig treiben die Bilder ihr Spiel mit der gewohnten Wahrnehmung der Wirklichkeit.
Die 1968 in Unna geborene und heute in Bonn lebende Künstlerin, die ihr Studium an der Kunstakademie Münster als Meisterschülerin bei H.J. Kuhna 1992 abschloss, ist seither durch zahlreiche Einzelausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen in

 

Deutschland, Belgien, Österreich und Israel bereits einem größeren Publikum bekannt geworden. Wir freuen uns, dass es durch die erstmalige Zusammenarbeit der Kunsthalle Bielefeld und des Stadtmuseums Siegburg möglich geworden ist, an beiden Orten eine Auswahl neuer Bilder, die in den Jahren 1999 bis 2002 entstanden sind, zu zeigen und sie in dem vorliegenden Katalog zu dokumentieren. Westfalen und Rheinland geht doch!
Unser Dank gilt der Künstlerin, die die Vorbereitungsarbeit tatkräftig unterstützt hat, der Kuratorin Jutta Hülsewig-Johnen und den Teams unserer Häuser, die für ein gutes Gelingen gesorgt haben.

Thomas Kellein, 2002
Kunsthalle Bielefeld 

Gert Fischer, 2002
Stadtmuseum Siegburg